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Sicherer Umgang mit Peressigsäure

Produkte mit dem Wirkstoff Peressigsäure (üblicherweise 2-15%) enthalten daneben noch Wasserstoffperoxid, Wasser, Essigsäure und eventuell Phosphonsäure und /oder Schwefelsäure. Diese Konzentrate sind zumindest stark ätzend und brandfördernd. Für Essigsäure und Wasserstoffperoxid existieren auch gesetzlich Arbeitsplatzmaximalkonzentration (MAK-Werte). Peressigsäure ist instabil und zerfällt zu Sauerstoff, Essigsäure und Wärme. Bereits bei Zimmertemperatur kommt es Zerfallsreaktionen - allerdings erfolgen diese ohne wahrnehmbare Begleiterscheinungen. Der beim Zerfall freiwerdende Sauerstoff bildet ein Gas und baut in fest verschlossenen Gebinden ein Druckpolster auf, das zum Bersten oder Verformung der Gebinde führen kann. Deshalb sind diese Gebinde mit gasdurchlässigen Verschlüssen/Ventilen ausgestattet. Trotzdem ist ein sicherer Umgang mit Peressigsäureprodukten möglich, wenn folgende Sicherheitsmaßen bei der Lagerung und beim Umgang beachtet werden:

Peressigsäure (PES) wirkt stark oxidierend und kann sich selbstbeschleunigend zersetzen. Sie ist gegen äußere Erhitzung und Verunreinigung sehr empfindlich. Die dabei auftretende Zersetzungsreaktion führt von Erhitzung bis hin zu Aufkochen und Verpuffen der Lösungen. Die Wucht dieser Reaktionen nimmt mit dem Kubik bzw. der 3. Potenz der Gebindegröße zu. In der Lebensmittelindustrie, Wäschereitechnik und Landwirtschaft lassen sich Fehler im Umgang mit der Chemikalie nicht mit Sicherheit ausschließen. Viele verantwortungsbewusste Unternehmen bieten Peressigsäure-Produkte üblicherweise nur in Gebinden bis zu einer maximalen Füllmenge von 220 l an. Unter besonderen betrieblichen Voraussetzungen können jedoch auch IBCs sicher verwendet werden.

PES Konzentrationen ab 15% ist stark explosionsgefährlich. Die mit dieser Konzentration befüllten Gebinde auf PE und PVC verspröden besonders schnell und dürfen nicht länger als 6 Monate gelagert werden. In Deutschland gelten die strengen Anforderungen der berufsgenossenschaftlichen Vorschrift DGUV 13, die außerhalb der chemischen Industrie nicht einzuhalten sind.
Sicherer Umgang mit PES
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